Erste Hilfe

Häufig kommt man zu einem Vogel, wenn man nicht damit rechnet und es so gar nicht passt!

Während des Hundespaziergangs, die Katze schleppt einen an, während der Autofahrt oder beim Einkaufen......leider hat man in solchen Momenten häufig keine Dinge bei sich, um den Vogel sicher weiter transportieren zu können und muss sich mit Dingen wie Jacken, Jutetaschen oder Ähnlichem behelfen.

Scheuen Sie sich nicht, Passanten um Hilfe zu bitten.....viele helfen, wenn einmal angesprochen,sehr gerne.

Ein ausgewachsener Vogel, der offensichtlich *etwas* hat sollte erst einmal ein Weilchen aus der Ferne beobachtet werden, manchmal kann man so schon eventuelle Verletzungen ausmachen.

Gerade Brieftauben können, in der Zeit von Mai - Juli, da ist die Flugsaison der älteren Tiere und in der Zeit von August - September werden die Jungtiere (höchstens ein Jahr alt) geschickt, häufiger mal völlig entkräftet oder verletzt aufgefunden werden.

Wenn es sich *nur* um ein kraftloses Tier handelt, sollte man es erst einmal sitzen lassen und nur darauf achten, dass es etwas zum Fressen und Wasser in erreichbarer Nähe hat.
Es wird sich ein Weilchen ausruhen und dann gestärkt den Weiterflug in den Heimatschlag antreten. ....dazu mehr unter "Tauben"

Wenn deutlich wird, dass ein Vogel Ihre Hilfe benötigt, sollten Sie sich erst einmal nach einem Karton oder Ähnlichem umschauen, womit Sie den Vogel möglichst stressfrei transportieren können.

Es ist überaus wichtig, dass Sie ruhig und überlegt mit dem Vogel umgehen!....jeder Stressfaktor von Ihnen, wird von dem Vogel wahrgenommen!....es ist ein Wildvogel...

Bei ausgewachsenen Vögeln würde ich immer dazu raten, dass, wer nicht schon öfter einen wild um sich flatternden Vogel in der Hand hatte, in jedem Fall ein Handtuch, eine dünne Jacke oder ein T-Shirt zu Hilfe nimmt um damit den Vogel zu bedecken, so kann man ihn dann schnell und ohne viel Stress vom Boden heben.

Dann sollte ein Gesundheitscheck gemacht werden.

Hat er offensichtliche Verletzungen? Dann sollte nach Möglichkeit immer einen Tierarzt, mit Schwerpunkt Vogelkunde, zu Rate gezogen werden....Schussverletzungen z.B. sehen beim Draufschauen oft unscheinbar aus, was aber nach fachlicher Untersuchung gravierende Verletzungen sein können, ähnlich verhält es sich bei Verletzungen durch Katzen.

Der Weg zum Tierarzt sollte für den Vogel wieder so entspannt wie möglich über die Bühne gehen, wichtig ist hierbei, dass ein Karton oder Transporter genommen wird, der mit Tüchern ausgelegt werden sollte und zusätzlich mit Tüchern alles verdunkeln, so wird sich der Vogel relativ ruhig verhalten und man kann ausschliessen, dass er sich nicht noch andere Verletzungen, z.B. durch Fluchtversuche zuzieht.

Wenn Sie den Vogel mit nach Hause nehmen, sollte der Standort dort ebenfalls dunkel und ruhig sein.
Bitte lagern Sie den Vogel auf einem Küchenpapier, altem Handtuch oder einer Zeitung, denn gegebenenfalls werden Sie eine Kotprobe benötigen und haben sie so schnell zur Hand, ausserdem kann man an dem Zustand der Ausscheidungen schon selber einiges erkennen.....dazu mehr bei "Krankheiten"

Die meisten Vögel (abgesehen von Jungvögeln) die aufgefunden werden haben einen Schockzustand, deshalb ist Ruhe und Dunkelheit oft die beste Medizin!
Sehr gut ist es, wenn Sie dem Vogel zuvor etwas Flüssigkeit einflössen können. Um dem Tier direkt ein wenig Energie zuzuführen, eignet sich eine hausgemachte Elektrolytlösung sehr gut!
Die Erst-/ Notfallmischung setze ich ein wenig höher an, weil der Vogel oft nur Minimalmengen aufnimmt.

Elektrolytmischung
100ml Wasser
1 Teelöffel Traubenzucker
Alternativ geht zur Not auch Fruchtzucker oder normaler Zucker

(für eine größere Darstellung der Bilder, einfach anklicken)




Wenn Sie eine Einwegspritze zur Hand haben, um so besser, wenn nicht, nehmen Sie den Finger. Legen Sie sich am besten ein altes Tuch unter und setzen sich gemütlich hin, dann setzen Sie den Vogel, je nach dem ob Sie Links- oder Rechtshänder sind mit dem Kopf in Richtung Arbeitshand auf Ihren Schoß.



*wichtig*...der Vogel darf nicht auf dem Rücken liegen oder sehr seitlich, denn dann gibt es Verschluckungsgefahr....



Wenn der Vogel sehr wehrig ist, hilft es, wenn Sie ihn zuvor in ein leichtes Tuch einwickeln, so kann er weder weglaufen, noch mit den Flügeln schlagen.




Wenn Sie mit einer Einwegspritze (ohne Nadel) arbeiten, ziehen Sie sie auf. Nun nehmen Sie mit der Helferhand sanft den Kopf des Vogels von hinten, mit den Fingern zum Schnabel....so können Sie ihn sehr gut fixieren...nun nehmen Sie die Arbeitshand und versuchen mit leichtem Druck (aber wirklich nur sanft, es kann zu Schnabelbrüchen kommen) den Schnabel zu öffnen, ich schiebe immer einen Fingernagel zwischen den Schnabel, so geht es recht gut.





Wenn Sie sich das nicht zutrauen, nicht schlimm!.....dann nehmen Sie die Spritze oder den Finger und lassen einen Wassertropfen auf die Schnabelspitze gleiten, es landet auch dann immer etwas im Schnabel.


Achten Sie bitte auch darauf, ob der Vogel Schluckbewegungen macht und wiederholen Sie das Ganze mehrmals. Je nach Grösse des Vogels variiert natürlich auch der Bedarf. Meisen sind schon mit 2-4 Tropfen versorgt, Dohlen und Tauben dagegen können schon 1-2ml ca. 1o-20 Tropfen ab....bitte zu Anfang lieber weniger als zuviel

Wenn nun weder Maden, noch Federfliegen oder starke Blutungen da sind, sollten Sie dem Vogel erst mal eine Stunde Ruhe gönnen.

Nun stellt sich noch die Frage, ob eine Wärmezufuhr notwendig ist oder nicht.
Das ist leider nicht immer einfach zu beantworten.....Jungvögel benötigen sie in der Regel schon, bei Altvögeln kann man damit aber auch Schaden anrichten!
Gute Erfahrungen habe ich mit Wärmflaschen um die 30 - 35° gemacht, so dass der Vogel die Hälfte des Transporters *warm* hat und die andere Hälfte kalt, er kann es sich also aussuchen. Dazu aber mehr bei Krankheiten
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