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Madeleine

Schüler

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61

Mittwoch, 11. Mai 2011, 00:48

Zitat Cioara
Und der Parasit lebt normalerweise im Gleichgewicht mit seinem Wirt.
Das stimmt so leider nicht. Parasiten vermehren sich solange es möglich ist - ohne Rücksicht auf den Wirt. Da der Vergleich immer kommt: wer weiss wieviele Wildvögel an Wurminfektion sterben bzw. sie werden gefressen weil sie vorher vielleicht schon auffällig sind und keine Kraft mehr haben. Viele Vögel haben eine sehr kurze Lebenserwartung da draußen, Wurminfektionen können da auch eine Rolle spielen.
Fakt ist, dass Vögel in Volieren viel stärker dem Parasitendruck ausgesetzt sind. Daher würde ich immer entwurmen. Bei Vögeln die länger bleiben, würde ich mir wenigstens alle 2 Wochen den Kot unter dem Mikroskop ansehen und dann entwurmen. Meine Krähen habe ich während der Aufzucht entwurmt, danach waren sie 1 Jahr wurmfrei.
Zum Sezieren: Ich bin kein Tierarzt, aber habe durch meinen Beruf sehr viel Erfahrung bekommen, auch mit der Anwendung unterschiedlicher Medikamente, habe mit verschiedenen Vogelarten gearbeitet und mit einer großen Anzahl (zuletzt waren über 100 Tauben in Außenvolieren in meiner Verantwortung).
Ich seziere nicht gerne, aber wenn nötig bin ich in der Lage fremde Tiere anzusehen. Allerdings kann ich nur offensichtliches feststellen - starke Organveränderungen, offensichtliche Fremdkörper oder Würmer, für die Feinheiten fehlt mir die Erfahrung. Aber wenn nötig, kann Elke mir tote Tiere schicken.

@Cioara: Furazolidon kenne ich nicht. Aber laut Clinipharm (http://www.vetpharm.uzh.ch/) kann das Medikament starke Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten auslösen. Ich würde es nur gezielt geben, wenn kein anderes Medikament wirksam ist und auch nur wenn wirklich nötig, nicht auf Verdacht.

Zu den Tauben: Es handelt sich um Nachkommen von Strassentauben, die in Außenvolieren geschlüpft sind und seitdem dort leben. Sie zeigten keine Krankheitsanzeichen; durch tägliches Wiegen hätte man vermutlich etwas früher den Gewichtsverlust festgestellt; durch regelmäßiges Kot checken hätte man frühzeitig eingreifen können. Ich habe das Foto nur eingestellt um zu zeigen, wie es aussieht, wenn man nicht entwurmt. Kommt nur geringer Stress dazu, kann das ein Tier extrem schwächen und die Würmer nehmen überhand und können das Tier dadurch umbringen.

Meiner Meinung nach fehlt hier immer noch die Diagnostik. Hexamiten lassen sich nicht durch Antibiotika oder Panacur vertreiben, es beeinträchtigt auch nicht ihr 'Wohlfühlklima'.

Apfelessig bekommen meine Wellensittiche übrigens auch hin und wieder, da es sehr gut gegen Bakterien helfen kann, die kein saures Milieu mögen. Wunder kann man davon aber natürlich nicht erwarten.

Viele Grüße,
Madeleine

PS: Ich möchte nicht Besserwisserisch rüberkommen, sondern nur helfen.

Cioara

** Poltergeist **

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62

Mittwoch, 11. Mai 2011, 10:04

Zitat

Ich möchte nicht Besserwisserisch rüberkommen, sondern nur helfen.
Wissen wir doch. :knuddel:

Zitat

Das stimmt so leider nicht. Parasiten vermehren sich solange es möglich ist - ohne Rücksicht auf den Wirt.
Würde ich nicht unterschreiben. Die Immunabwehr sorgt dafür das sich Parasiten nicht zu stark vermehren. Daher leben Wirt und Parasit "im Gleichgewicht. Erst eine gestörte Immunabwehr durchbricht dieses "Gleichgewicht".

Zitat

Fakt ist, dass Vögel in Volieren viel stärker dem Parasitendruck
ausgesetzt sind. Daher würde ich immer entwurmen. Bei Vögeln die länger
bleiben, würde ich mir wenigstens alle 2 Wochen den Kot unter dem
Mikroskop ansehen und dann entwurmen.
Das Problem ist; kaum ein Wurmmittel ist nebenwirkungsfrei. Daher sollte es wohlbedacht eingesetzt werden und wenn nur dringend nötig! Ich mache 2x jährlich Sammelkotproben u. lasse das vom Doc untersuchen. Bisher hatten wir noch keine Würmer bzw. Wurmeier (im Kot). :thumbup: Das da trotzdem ganz sicher paar Endoparasiten in den Körpern sind, dürfte in der Natur der Sache liegen.

Kokzidien haben wir immer wieder mal. :cursing: Da haue ich halt jedem ne Appertex rein - wahrscheinlich sind 2 Wochen später die Viecher wieder da. Is halt so. Das wird man auch niemals ändern können.

*Ironie an* Ich könnte die Tiere natürlich in Watte packen, steril im Haus halten - 20x am Tag mit Sakrotan alles einnebeln, jeden Sitzast vorher ne Stunde mit heißem Wasser abbrühen (am besten danach nochmal ne Stunde in Backofen) und das Futter vorher 2 Stunden abkochen, damit auch wirklich alles abgetötet wird. Wasser auch unbedingt abkochen. Und Luft am besten nur aus einer Sauerstoffflasche. Hehe... ;) *Ironie aus*

Ich säubere täglich die Volieren, tausche den Boden (Hackschnitzel) 3-4 mal im Jahr komplett aus. Desinfizieren tue ich allerdings nicht... macht auch keinen Sinn, wenn freilebende Vögel ständig von oben in die Volis kacken. 8| Die Tiere bekommen hochwertiges Futter, leben sauber, 1x im Jahr wird ein Gesundheits Check-up gemacht... fertig!

Zitat

Es handelt sich um Nachkommen von Strassentauben, die in Außenvolieren
geschlüpft sind und seitdem dort leben. Sie zeigten keine
Krankheitsanzeichen
Ich kann jetzt nur mal anhand des Fotos beurteilen... alleine bei so viel Scheiße auf einem Haufen wundert es mich gar nicht, das die Tiere krank wurden. Wenn ich Tiere in einer Voli halte, egal wie viele, dann habe ich auf ein gewisses Maß an Sauberkeit zu achten. Wenn ich nicht in der Lage bin, soviel Scheiße wegzumachen, dann darf ich einfach nicht soviele Tiere halten.

Ich werde ja schon krank, wenn ich soviel (vermurmte !) Scheiße nur sehe. brech.gif

Zitat

Sie zeigten keine Krankheitsanzeichen; durch tägliches Wiegen hätte man vermutlich etwas früher den Gewichtsverlust festgestellt
Wenns so einfach wäre. Fange mal täglich einen nicht zahmen Vogel ein. Das ist purer Stress für die Tiere (und den Menschen). Wie Du sicher weißt, sind gerade Vögel sehr stressanfällig. Manche kippen selbst auf der Fahrt zum Tierarzt einfach vor Stress tot um. Und wenn man sehr viele Tiere pflegt, nebenbei berufstätig ist, wie will man das zeitlich bewältigen?!

Außerdem muß man auch die Kirche im Dorf lassen. Ich lasse mir auch nicht alle 2 Wochen Blut nehmen um zu gucken ob alles ok ist. :rolleyes: Lebe auch noch. :D Das wäre ja dann sowieso das andere Thema. Nicht nur Parasiten stellen eine Gefahr dar. Auch Bakterien, Viren, Mykosen. Dann müsste ich auch regelmäßig den Tieren Blut nehmen, Abstriche etc. pp. Nee, nee!

Und selbst wenn, in einer Außenvoliere kann eine Reinfektion jederzeit wieder statt finden. Ich kann doch nicht alle Wochen starke Medis in die Tiere reinpumpen, damit sie "klinisch rein" sind... dafür die Organe aufgrund der Medikation im Arsch sind. Das geht einfach nicht.

Normalerweise reicht 1x jährlich ein Check-up (incl. Sammelkotprobe) - eingreifen in den Organismus sollte man nur bei massiven Veränderungen.

Zitat


Kommt nur geringer Stress dazu, kann das ein Tier extrem schwächen und
die Würmer nehmen überhand und können das Tier dadurch umbringen.
Richtig! Aber... auch der Parasit hat einen Lebens- und Entwicklungszyklus. Ein Wurmbefall wird nicht innerhalb von 2 Tagen so massiv, das sie einen Vogel umhauen. Außerdem passt einfach das Bild von Elkes Patienten weder symptomisch noch von den Fotos her zu einem Wurmbefall. Ich weiß nicht ob Du die Fotos von letztem Jahre gesehen hast?

In Loving Memory... Tswitchy

Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird,
gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.


Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Cioara« (11. Mai 2011, 09:58)


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