Nachdem im vergangenen Jahr unsere aussichtsreichen Auswilderungsbemühungen mit dem Mog so gemein abgewürgt worden waren, beschlossen wir - um dem Risiko einer Wiederholung der bösen Tat aus dem Weg zu gehen und trotzdem etwas Sinnvolles für Rabenvögel zu tun - eine Voliere zu bauen, um gehandicapte Raben aufnehmen zu können.
Während ich zwar die Genehmigung sowie auch Halteerlaubnis vom Naturschutz hatte, jedoch der strenge und lange Winter verhinderte, mit dem Bau zu beginnen, bekam ich eine Nachricht aus einem Vogelforum, das ich eigentlich nie mehr betreten wollte. Auf eingeleiteten Umwegen erfuhr ich dann, dass die Pflegerin der frischoperierten Rabenkrähe "Philipp" verzweifelt einen Endpflegeplatz suchte, da sie den Vogel in zwei Kartons im Wohnzimmer gesund pflegte, was aber natürlich nur kurzzeitig praktizierbar ist.
Ihr wurde jedoch nur ein einziger Pflegeplatz empfohlen, der aber unmöglich war, weil es keine befriedigenden Auskünfte, ja eigentlich gar keine, drüber gab, ob überhaupt und wann er mal in einer Garage oder einem Carport entsteht.
Eine vorgeschlagene Notübergangslösung wurde abgelehnt und ich kam ja sowieso überhaupt nicht in Frage!
Trotzdem schaute sich die Pflegerin interessiert alles an, was ich bisher erreicht hatte und am 24. Januar 2010 packte sie den Philipp in eine Karton und zusammen mit ihrem Freund fuhr sie die lange Strecke von NRW nach Nordbaden und dann tauschten wir Raben

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Wir bekamen den Philipp und nach NRW zurück fuhr ein ganz ähnlicher, aber wesentlich pflegeleichterer - und auch besser fürs Wohnzimmer geeigneter - Ton-Rabe mit.... Wir pflegen immer noch den Kontakt und wenn sich für den Philipp was ändert, wird seine Pflegerin informiert.
Ursprünglich war geplant, bis zur Ausheilung der Amputationswunde sollte der Philipp in der Schlafvoliere des Mog wohnen. Weil diese aber nicht durch die Türen passten, es aber bitterkalt war und der Philipp an Wohnzimmertemperaturen gewöhnt, bauten wir noch eilig eine faltbare Voliere und das stellte sich als sehr nützlich heraus. Erstens dauert der Winter dann wirklich sehr lang und zweitens konnten wir die Voliere inzwischen schon sinnvoll nutzen. Eine Taube verbrachte ein Woche der Genesung darin, und bald wird sie gut werden für Flugübungen eines kleinen Spatzen.
Sobald das Wetter mitspielte, machten wir uns an die endgültige Wintergartenvoliere.
Kaum war sie fertig, schlug das Wetter wieder um und es wurde nochmal recht kalt.
Am 3. April dauerte mich der arme Philipp so, als er dem Frühlingsgezwitscher der Vögel draußen lauschte und aufgeregt hin- und herhüpfte, wenn die freien Krähen schrien, dass ich ihn umsiedelte.
Seither wartet er sehnsüchtig in seinem doch ganz anständig geratenen Eigenheim auf eine passende Partnerin...
Liebe Grüße!
Gerlinde