Hallo zusammen,
Elke, wenn dir das nicht passt,
dann bestraf mich

sei böse zu mir
Ich erhalte mittlerweile soviele Anrufe jeden Tag,
dass ich dachte es macht Sinn,
hier für alle etwas zu erklären.
Versuche mich auch kurz zu halten.
Sollte man einen Mauersegler oder eine Rauch- oder Mehlschwalbe gefunden haben,
sind folgende Schritte sinnvoll:
1. sobald Segler und auch Schwalben auf dem Boden sitzen, benötigen sie immer Hilfe.
Ratschläge wie "in die Luft werfen" sind gefährlich.
Der Vogel sitzt nicht ohne Grund am Boden
und würde sich, sofern er definitiv nicht fliegen kann,
auf den Boden aufschlagen und sich erst recht verletzen.
2. das Tier erst einmal in einen Karton setzen.
Einstreu oder Heu bitte nicht verwenden, lieber Küchenrolle oder Zeitung nutzen.
Karton schließen, vorher Luftlöcher garantieren.
Bei Verletzungen bitte immer einen Tierarzt kontaktieren!
3. dann bitte diese Liste abarbeiten
http://www.wildvogelhilfe.org/aufzucht/auffangstationen.html
Bei Seglern hilft auch Frankfurt gerne,
die haben eine Liste mit guten Seglerstationen
http://www.mauersegler.com/
Auch etwas in eigener Sache:
meist muss man damit rechnen einige Kilometer zu fahren.
Dies hat aber auch einen Grund:
Die meisten Auffangstationen sind privat.
Und in letzter Zeit wurden sehr viele geschlossen - leider!
Das bedeutet für die, die immer noch durchhalten,
noch mehr Arbeit und, was sehr belastend ist,
noch viel mehr Kosten.
Diese werden fast immer privat (!!!!) getragen.
Sollte man nun einen Segler in eine Station geben,
bitte denkt an eine Geldspende!
Einen Segler von klein auf großziehen kostet ca. 50 Euro!!!
Manche können gar nichts geben, was völlig okay ist,
manche nur 10 Euro, aber selbst das hilft wenigstens etwas.
Wer die Möglichkeit hat, die Patenschaft für das Tier zu übernehmen, also die kompletten Futterkosten,
sollte dies bitte tun. Traurig, dass sich das nach Bettelei anhört, aber so ist es nunmal.
4. nur weil die ein oder andere Station den Vogel nicht nehmen kann,
bedeutet dies nicht,
dass man nicht auch telefonisch begleitet und unterstützt werden kann.
Schwalben und Segler sollten in erster Linie Heimchen erhalten.
Das sind so etwas wie braune Grashüpfer
Diese erhält man im Zoofachhandel wie Fressnapf und Co.
Bitte kein anderes Futter aufschwatzen lassen!
Einfrieren und nach 2 Stunden kann man diese Insekten gut portionieren.
Kann man solche Insekten (nur Heimchen!!!) nicht sofort kaufen,
sollte man Rinderhack oder besser Tatar organisieren.
Davon pro Mahlzeit 4-5 erbsengroße Kugeln.
Evtl. kurz in Wasser tauchen, damit es besser rutscht. Absolutes Notfallfutter!
Bei längerer Fütterung treten Gefiederschäden auf!
5. in der Zwischenzeit sollte man das Tier mit Traubenzuckerwasser versorgen.
Im Notfall geht auch Honig.
Ein Teelöffel Traubenzucker (ohne Geschmack, also klassisch) oder Honig auf 100 ml warmes Wasser.
Davon gibt man dem Tier alle halbe Stund 7-8 Tropfen an den Schnabelrand. Kann auch mehr sein.
spätestens dann, wenn das Tier sich ständig schüttelt, will es nichts mehr trinken.
Bitte nicht in den Schnabel direkt. Erstickungsgefahr!
6. Heimchen sind gefroren, diese kann man nun aus dem Behältnis entfernen.
Bei der ersten Fütterung nur 5 Heimchen nehmen.
Man muss die großem Sprungbeine entfernen.
Ist nicht tragisch, da sie hart gefroren einfach abgeknipst werden können.
Diese haben Widerhaken und könnten ein junges Tier im Hals oder Kropf verletzen.
7. der Schnabel muss geöffnet werden.
Das kostet sicher große Überwindung, kann ich verstehen,
aber es muss gemacht werden.
Bei Seglern wird dies in der Regel immer so sein.
Da sie im Gegensatz zu anderen Vögel bei Hunger nicht ihren Schnabel aufsperren.
Bei Schwalben verhält es sich ein wenig anders.
Da reichen 1-3 Tage,
damit diese erkennen, da kommt Futter, also Schnabel auf.
Ich bin zwar Linkshänder, versuche es aber für die Allgemeinheit (Rechthänder)
zu erklären:
Der Vogel wird mit der linken Hand fixiert.
Weil Schwalben weglaufen oder-flattern möchten und Segler in diesen Momenten rückwärts laufen,
muss man diese ruhig stellen.
Und das funktioniert so:
Man benötigt ein leichtes Tuch, z.B. sauberes Geschirrhandtuch,
setzt den Vogel darauf und wickelt diesen leicht in dieses Tuch hinein.
Nicht zu fest, wie z.B. bei einer Katze.
Mit der linken Hand wird der Vogel gehalten.
Die Handfläche liegt sanft auf dem Rücken des Vogels und Daumen und Zeigefinder fixieren den Kopf an den Schnabelwinkeln,
ähnlich wie unsere Mundwinkel.
Mit dem Daumen der rechten Hand wird der Schnabel seitlich geöffnet.
NIEMALS an der Schnabelspitze, das könnte den Schnabel brechen!.
Also, die Lücke zw. Ober- und Unterschnabel mit dem Fingernagel ganz sanft öffnen.
Sobald eine kleine Lücke entsteht, schiebt man den Zeigefinger der linken Hand zw. Ober- und Unterschnabel.
An diesem Finger vorbei, schiebt man ein Heimchen in den Schnabel, möglichst tief hinein.
Dann wird der Schnabel wieder geschlossen und das Tier kann das Futter schlucken.
Das funktioniert nicht unbedingt sofort. Kann also mehrere Anläufe benötigen. Nicht verzweifeln
Ich habe mir nun einige Videos dazu angesehen.....werde wohl besser selbst eins machen
Deswegen kein Link dazu, soory!!!
8. je nach Alter, muss das Tier jede Stunde gefüttert werden.
Dazu immer Photos in ein Forum stellen und nachfragen!!!
1cm große Heimchen, davon jede Stunde 4-7 Stück´, müssen sein. Pauschalangabe.
Es muss von ca. 6h morgens bis abends 22h gefüttert werden.
Das wäre das Wichtigste,
dazu kämen noch diverse "Kleinigkeiten".
Schwalben und Segler leiden schnell und somit akut an Vit. B Mangel.
Dies sollte alle 2 Tage verabreicht werden.
Als Vit.B Komplex beim Tierarzt oder in der Apo von Ratiopharm.
Und ein absolutes No Go - ein Käfig als Unterbringung!
Immer Kartons nutzen oder Katzenboxen,
also alles, was glattwandig ist.
Diese Vogelarten zerstören sonst ihr Gefieder,
welches so wichtig ist!
Es gäbe noch sehr Vieles zu erwähnen aber es würde den Rahmen sprengen,
und da dieser Text in einem Forum gelesen wird,
kann man auch direkt nachfragen
Liebe Grüße
Jennifer