Puh wie und wo ich Charly fand.... also...
am 7.6.2009 habe wir Charly im Garten meiner Freundin gefunden, wir wollten den Kompost wegbringen dann hörten wir nur ein „MAA MAAA“ und wir sahen den Kleinen nass am zittern direkt neben dem Zelt das wir aufgebaut hatten.
Wir wussten gar nicht was wir machen sollten, wir haben im Internet nachgeschaut was man in so einem Fall machen sollte.
Es lief darauf hinaus wenn er voll befiedert wäre, zu warten ob die Eltern kommen um mit ihm weg zu fliegen (ersten Flugversuche) aber er war dafür viel zu jung also haben wir nach einem Nest ausschau gehalten um ihn wieder rein zu setzten aber es war irgendwie kein einziges in der Nähe.
Darauf hin haben wir einen Pappkarton mit alten Klamotten ausgepolstert und ihn dort rein gesetzt!
Wir haben ihn mit Erdbeeren und 2 - 3 Regenwürmern gefüttert da er ganze Zeit nach Essen schrie ( überall waren die Stücke daneben gefallen aus naja Ekel da man an sich ja immer gesagt bekommt das Wildvögel schmutzige Tiere seien ).
Etwas gesättigt wurde er leise und wir haben uns gefragt was nun?
Wir haben keine Auffangstation finden können, Tierheime hatten zu, Tierparks auch Notfallstationen gingen nicht ans Telphon oder waren zu weit weg.
Weil es Sonntag war hätten wir auch noch nichtmals einfach irgendwo vorbei fahren können geschweige das richtige Essen für den Kleinen dabei zu haben.
Da habe ich gesagt, dass ich ihn mit nach Hause nehme und habe meine Eltern etwas ausgetrickst und meinte.... ja habe einen Vogel und bringe den morgen weg weil heute alles zu sei.... als ich dann nach Hause kam meinte ich, ja ich habe gemeint ich bringe ihn zum Arzt und pflege ihn groß naja meine Eltern waren nicht so begeistert aber mir egal

.....wir haben ihm dann ein Rezept aus dem Internet gemacht, Eier mit etwas Milch wobei wir erfahren haben, dass Milch nicht das Beste für den Kleinen war! Aber wir hatten kein Fleisch im Haus oder ähnliches also reichte es auch so für den Tag.
Am nächsten Tag habe ich ihn gefüttert und bin sofort mit ihm zum Tierarzt, dort hat er eine Wurmkur bekommen und einen Abstrich machen lassen wegen Darmkeimen die das Wachstum hindern können, dieser Verdacht bestätigte sich und ich musste von da an jeden Tag eine kleine Spritze Medizin in ihn einflößen aber er mochte es
Wir hatten aus dem Internet erfahren, dass Tatar das Beste für so einen kleinen Raben wäre, gemischt mit Kalzium und Beoperlen und Vitamine, das bekam er dann auch jeden Tag ca 100g (Tatar) alles etwas verdünnt mit Wasser aber immer noch sehr breiig.
Er wurde munterer und munterer und nahm rasch an Gewicht zu, in den ersten 3 Tagen 150 g
Wir dachten, dass wenn er groß ist, wir auf ihm fliegen könnten, so wie er wächst naja war ja nicht so
In der Zeit hatten wir verschiedenste Behälter für ihn ausgesucht gehabt, wo er hätte drin schlafen könnte.... erst haben wir sie immer wieder mit alten Handtüchern ausgeplolstert aber das ging nicht gut, da die Raben viel zu viel Dreck machen wie jedes Baby
Zum Schluss hatten wir dann Stoff in eine Plastiktüte gehüllt und drüber immer Zeitungspapier gelegt, um schnell wieder reinigen zu können.
Auf die Zeitung haben wir Einwegtücher gelegt (Küchentücher). nach einer Weile wurde er wibbellig, da haben wir ihn aus dem „Nest“ genommen und auf den Teppichboden gesetzt.
Das fand er klasse!... er schaute sich um, hief sich auf seine Beinchen, die viel zu groß für ihn erschienen und ging drei Schritte und fiel auf seinen Hintern und saß dann mit den Beinen von sich gestreckt auf dem Poo.
Das schien ihn gut zu tun, jeden Tag wurde er stärker, konnte besser laufen und das Gefieder wuchs.
Vielleicht auch wegen dem Futter? Wir hatten ihm Heimchen gekauft (groß), davon verschlang er 5 Stück und dann noch was Fleisch und schlief sofort wieder ein.
Ab und zu haben wir auch Ausflüge gemacht, in den Garten auf den Rasen, aber den mochte er nicht (schlechte Kindheitserinnerungen warscheinlich ) aber das zog sich auch noch länger durch, erst als wir ihn 2 Monate hatten ging er von selbst auf den Rasen und lief nicht immer von ihm runter wenn wir in mal auf jenen gesezt hatten.
Als er noch ganz klein war sprang er auch immer wieder zurück zu mir und versuchte auf den Schoss zu kommen und schaffte es auch da er schon viel Laufsport in meinem Zimmer betrieben hatte.
Irgendwann in der Nacht schreckte ich auf, weil es so laut wurde, da hatte Charly keine Lust mehr in seinem Nest zu bleiben!
Nach mehrmaligem Aufwachen blieb er schließlich ruhig und schlief, deswegen hatten wir uns einen alten Papageienkäfig geholt und sein Nest da rein gestellt damit er über Nacht nicht abhauen konnte.
Als er schließlich springen konnte, sprang er auch von Stufe zu Stufe, die wir in den Käfig gehängt hatten und da schlief er schließlich auch.
Wir hatten in über Nacht nach draußen gestellt damit er sich langsam an die Temperaturen gewöhnt, naja war ja auch schon Sommer.
Dann kam eine schöne Zeit wir haben seinen Käfig samt Nest (das er kaum noch nutzte) auf den Balkon gestellt und sobald man zu ihm kam hörte man ein maa maa maa er flatterte mit den Flügeln und kam zu einen getappst sobald man sich hinsetze sprang er auf die Beine drauf (Schneidersitz) und wollte fressen, danach tobte er mit einem, er pickte in die Füße (raushängede Fäden) oder in die Knöpfe, die fand er super !
Irgendwann fing er an zu fliegen aber nie raus aber eines Tages war er weg und wir haben ihn erst einen Tag später wiedergefunden, bei Nachbarn im Garten, ganz ausgehungert!
Wir haben ein Netz vor den Balkon gehangen und von da an flog er immer hin und her.
Aber eine Woche bevor ich in den Urlaub fuhr bückste er aus und war auf einem Nachbarbaum, jeden Tag ( aber wir hatten ihm beigebracht, auf eine Stange aus dem Papageienkäfig zu fliegen, wenn man ihn hoch hält und Charly ruft ) aber der Baum war interessanter als unser Gerufe.
Das geschah öfter, wir mussten in von dem Baum holen weil er erst gerade so angefangen hatte nach Essen zu picken aber selber essen schaffte er noch nicht!
Als ich dann im Urlaub war, direkt am ersten Tag, flog er weg und blieb auf den Baum und wir waren es leid, ihn immer runter holen zu müssen, deshalb stellten wir die Leiter an einen festen Ort im Garten und riefen ihn immer, dann kam er in den Baum geflogen und wir fütterten ihn dort, er versuchte auch die ersten Tage den Stock anzufliegen, den wir immer hoch hielten aber er hat es nie geschafft dort drauf zu landen.
Nach 4-5 Tagen im Baum füttern kam er runter und landere auch auf dem Stock, aß selber viele beoperlen und kam alle 2-3 Stunden vorbei um von uns Essen zu holen, beschäftigete sich etwas mit uns und flog wieder weg.
Die Nacht verbrachte er von dort an immer weg von uns aber kam morgens wieder und begrüßte meine Eltern auf der Einfahrt.
Als ich schließlich wieder kam und ich aus dem Auto stieg, flog Charly auf mein Auto und schaute mich verdutzt an von wegen „ ich kenn dich doch du warst lange weg mama ist böse aber wieder da“ ein schöner Moment!
Dann begann meine letzte Woche mit Charly..... wir gingen durch unser Dörfchen spazieren, ich voran und er flog von Haus zu Haus hinter mir her, das Feld mochte er nicht, weil dort andere Rabenkrähen waren, also flog er von Haus zu Haus oder neben mir und ging neben mir her.
Er holte sich jeden Tag sein Essen und nahm zum Schluss noch einen großen Bissen und versteckte in dann überall wo er nur konnte!
Mit Charly war es schon eine wunderbare Zeit!
Ich vermisse ihn jeden Tag aber bin auch froh, dass er jetzt nicht mehr so unter Gefahr steht, von den Nachbarn geschlagen zu werden.... weil sie Angst vor ihm haben, nur weil er mit ihnen spielen will!
Naja das war die Geschichte von meinem kleinen Rabensohn Charly
lg
Robin Müller