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Freitag, 2. Juli 2010, 15:28

Wer kann hilfen? Verletzte Rabenkrähe

Folgendes Problem:
Meine Mutter hat Pfingsten zwei junge Rabenkrähen aufgesammelt, die offenbar im Sturm aus dem Nest gefallen waren. Eine offenbar unverletzt, die andere humpelte zunächst, weitere Behinderungen war erstmal nicht zu sehen. Ob es richtig war, die Krähen reinzuholen oder nicht, kann ich nicht beurteilen - ich war nicht dabei, weiß also nicht, ob die Rabeneltern noch gefüttert hätten. Wobei: Da es in der Nachbarschaft viele Katzen mit Freigang gibt, hätten die beiden am Boden wohl kaum überlebt. Und das Nest war auf einem etwa 10m hohen Baum, so dass man die Kleinen auch nicht einfach mal hätte zurück setzen können.
Die Tierärzte, naja, allzu viel Ahnung scheinen die von Krähen nicht zu haben. Aber nachdem der Fuß von "Moritz Räbchen" zunächst nicht besser wurde, konnte der Tierarzt mit einer Spritze helfen. Der Kleine humpelt zwar noch ein bisschen, schien aber zunächst alles ganz okay zu sein.
Die beiden sind nachts in der Küche, tagsüber in einer (viel zu kleinen) Voliere draußen bzw. so oft wie möglich unter Aufsicht frei (täglich mehrere Stunden, meine Mutter versucht, ständig jemanden zum Hüten vor Katzen zu finden). Dabei laufen sie rum, flattern, stellen allen möglichen Blödsinn an, scheinen insgesamt sehr munter zu sein. Nur fliegen können sie noch nicht. Auf den ersten Blick der einzige "Defekt" scheint zu sein, dass sie Menschen gegenüber nicht scheu sind.

Jetzt ist es so: Der unverletzte Vogel ("Max Rabe") sieht wohl so aus, als könnte er das Fliegen lernen. Erste Flugversuche von Mäuerchen, Kartons, Pflanzen ... sehen zunehmend elegant aus. Die Hoffnung ist also, dass er irgendwann einfach abhebt und davonfliegt (oder halt auch immer mal wieder vorbeischaut, um sich Futter abzuholen - wäre auch kein Drama).
Anders bei Moritz Räbchen. Der macht immer noch eher unelegante Hüpfer. Ich war letztes Wochenende da und habe ihn mir genau angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Flügel ungleich entwickelt sind: An einer Seite fehlt die lange äußerste Schwinge. Der Tierarzt wollte sich nicht festlegen, ob ihm da doch eine gravierendere Verletzung entgangen ist oder ob die Federn da vielleicht doch einfach noch nachwachsen.
Daher meine Frage an euch: Ist damit zu rechnen, dass auch Moritz Räbchen fliegen lernt?
Und wenn nicht, wo kann man ihn hinbringen? Wo hat er auch als "Fußgänger" ein schönes Leben? Meine Mutter hat anfangs händeringend versucht, die beiden Kleinen unterzubringen, aber keiner der Wildparks der Region wollte sie haben, und auch die einzigen nahegelegenen Wildvogelstationen schienen Raben nicht für "pflegenswert" zu halten. Jetzt für die paar Wochen war die Pflege schon schwierig, aber dauerhaft kann sie Moritz Räbchen keine artgerechte Haltung bieten (für eine echte Flugvoliere ist der Garten viel zu klein, und ob die Vermieter mitspielen würden, steht in den Sternen).
Übrigens leben meine Eltern im Harz (Wernigerode). Leider können sie die Vögel nicht weit weg bringen (mein Vater ist schwerst pflegebedürftig). Aber vermutlich ließe sich ja eine Mitfahrgelegenheit finden, wenn wir bloß eine gute Station wüssten, die beide oder mindestens Moritz Räbchen aufnehmen würde!

Kann jemand von euch helfen???

Daniaminna

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Freitag, 2. Juli 2010, 15:41

Hallo Irene,

Kannst Du mal ein Foto der Beiden einstellen?...... natürlich interessiert mich ganz besonders der mit den ungleichen Flügeln..... am besten dann auch mit gespreizten Flügeln, so dass man etwas erkennen kann.

Könnte es sein, dass die Federn *nur* abgestossen sind?.....Bzw. wird er dort ja irgendetwas haben und ist nicht nackig dort, oder?

Es stimmt leider, dass Rabenvögel nicht gerne genommen werden :( ....aber bevor wir jetzt anfangen zu überlegen, so sie einen Platz bekommen könnten, sollten wir zuerst versuchen, herauszubekommen ob der Eine nun auswilderungsfähig ist, oder nicht ;).... denn dann kann man auch gezielter darauf eingehen, was man besser lassen sollte, um ihnen bessere Chancen bei der Auswilderung mitzugeben.

Liebe Grüsse
Elke
Es ist die typische Eitelkeit und Impertinenz des Menschen, ein Tier "dumm" zu nennen, nur weil sein menschlicher Verstand nicht ausreicht, es zu verstehen! (Mark Twain)


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Freitag, 2. Juli 2010, 16:00

Hallo Elke,

Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort.

Leider habe ich am Wochenende kein Foto gemacht, und meiner Mutter zu erklären, wie man eins hochlädt ... oh je ... Also, ich werd's heute Abend mal versuchen, aber sehr viel Hoffnung habe ich nicht. Deshalb versuche ich es erst einmal mit einer genaueren Beschreibung:
Also, die beiden Raben haben an der einen Seite der Flügel eine (oder zwei?) deutlich längere Federn. (Wenn sie sitzen und die Flügel angelegt haben, dann legen sie diese Federn fein säuberlich auf den Schwanzfedern ab.) Keine Ahnung, mein Vogelfachwissen ist leider sehr begrenzt, deshalb weiß ich gar nicht, ob die Federn später irgendwann alle gleich lang sein sollten oder ob diese Abweichung bleibt? Also jedenfalls: Während die bei Max Rabe auf beiden Seiten gleich lang sind, hat Moritz Räbchen diese längere Feder nur auf einer Seite. Die Stelle auf der anderen Seite sieht aber nicht kahl aus oder so, man sieht auf den ersten Blick erst einmal nicht, dass etwas fehlt. Es fällt einem also nur auf, wenn man seine beiden Flügel vergleicht oder ihn mit dem anderen Raben. Man merkt es aber, wenn er von einer Stange auf den Boden hüpft - flattert oder wie auch immer, dann kriegt er so etwas Schlagseite und legt halt auch meist eher ne Baulandung hin. Also offenbar nicht ausbalanciert.
Auch sonst scheint Moritz Räbchen in seiner Entwicklung nicht so weit zu sein wie Max Rabe, und zwar obwohl Moritz deutlich größer ist. Er scheint schneller müde zu werden und sitzt auch dann noch relativ träge rum, wenn Max Rabe längst schon wieder Unfug im Kopf hat und unbedingt raus will. Moritz lässt sich fast immer leichter einfangen, und er badet weniger gerne und weniger geschickt (Max Rabe schafft es dabei, sich selbst und jedem, der in der Nähe rumsteht, eine volle Dusche zu verpassen, und nutzt das Wasserbecken ständig, während Moritz im wesentlichen Hals und Bauch ins Wasser hält und das auch weniger oft und gern).
Andererseits ist Moritz in anderen Dingen ebenso schlau und geschickt wie Max, also z.B. im Zerlegen von Pflanzen aus dem Blumengarten meiner Mutter, im Fliegenfangen, im Unter-Bäume-und-Sträucher-kriechen, wenn er nicht eingefangen werden will, und in anderen Sachen, die beim Intelligenztest für Raben sicher an oberster Stelle stünden. ;) Nur in Ausdauer und körperlicher Geschicklichkeit kann er halt nicht so mithalten.

Daniaminna

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Freitag, 2. Juli 2010, 16:52

Hallo Irene,

das sind die Schwingen / Schwungfedern.... genauer die Handschwingen.... ich kann mir vorstellen, wie er sich um sich selber dreht, wir haben hier eine Taube, deren Flügel zur Hälfte amputiert ist und bei ihr ist es genauso.

Die Federn selber sind aber intakt und nicht abgebrochen?...... habt Ihr sie mal gegen Parasiten ( Milben) behandelt?

Gefiederprobleme erledigen sich oft nach der ersten, grossen Mauser....sofern es sich um Mangelerscheinungen oder eben mechanische Defekte handelt.

Ich würde sie also zuerst einmal zusammenlassen, bis die weitere Entwicklung des *Grossen* abzusehen ist..... eine Auswilderung ist ja meist eh erst im Spätsommer / früher Herbst..... weil eben dann die Mauser durch ist.

Ihr solltet menschliche Kontakte auf ein Minimum reduzieren, denn wenn sie den Menschen als Kumpel betrachten, kann es ins Auge gehen, denn Passanten finden das oftmals weniger gut..... und das endet für die Tiere leider sehr oft tödlich.

Wir, hier im Forum werden mal herumhören, ob sich in Eurer Nähe eine Pflegestelle befindet, die jetzt noch Kapazitäten frei hat.... leider sind die Stellen rar und schnell besetzt...... aber ich bin mir sicher, dass wir Euch helfen können ;)

Was füttert Ihr? und welche Zusätze an Vitaminen und Co bekommen die Beiden?

Liebe Grüsse
Elke
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Irene

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Freitag, 2. Juli 2010, 17:33

Hallo Elke,

Zunächst einmal zu den Parasiten: Letzte Woche haben sie eine Behandlung bekommen, sollten eigentlich diese Woche noch eine bekommen, aber dann war ein anderer Tierarzt da, und der meinte, das würde er den Vögeln nicht antun. Hm. Was nun? Sollte man nochmal mit ihnen hingehen? Letzte Woche waren deutlich Parasiten im Gefieder zu sehen (und sie haben sich auch doll gekratzt), diese Woche sieht man nur noch vereinzelt was krauchen, und der Juckreiz scheint auch nicht mehr doll zu sein.

Soweit ich weiß, sind keine Federn abgebrochen. Vereinzelt haben wir im Garten Federn von ihnen gefunden, aber die waren dann wohl ganz ab gegangen (und keine von den langen Federn, nur kleinere).

Den menschlichen Kontakt zu reduzieren, ist schwierig. Der Gartenkäfig ist definitiv zu klein (es ist quasi ein Kaninchenfreilauf von den Nachbarn, mit Leitern und einem Netz ein bisschen erhöht), deshalb dürfen sie halt möglichst viel raus, aber da muss immer jemand in der Nähe sein (wegen Katzen) und hinterher müssen sie auch wieder eingefangen werden (auch wenn sie das nicht gerne mögen und sich nur dann problemlos gefallen lassen, wenn sie völlig ausgepowert sind). Ist alles nicht so ideal.
Wobei wenigstens die Nachbarn als ideal gelten können - die haben fast alle schon die Raben gehütet. Wenigstens von denen dürfte auch später keine Gefahr drohen.

Futter: Die Vogelwarte hat zu Mehlwürmern, Fliegen, Hüttenkäse+Haferflocken und Leber geraten, außerdem zu Dreck und ungiftigen Pflanzen. Mehlwürmer, Fliegen und Leber fressen sie sehr gerne, Hüttenkäse mit Haferflocken nur wenn der Hunger groß ist, und Dreck und Pflanzen schlucken sie beim Massakrieren des Blumengartens zu Genüge. Ameisen picken sie auch sehr gerne, wenn sie welche entdecken. Ich hatte etwas Panik wegen giftigen Pflanzen, aber offenbar haben sie dafür einen Instinkt ... jedenfalls war noch nicht zu bemerken, dass sie was gefressen hätten, was ihnen nicht bekommen wäre.
Sollte man daran was ändern? Anderes füttern? Was zufüttern?

Wenn sich irgendeine gute Stelle für die beiden finden würde, wäre ich sehr dankbar! Meine Mutter wirkt momentan arg überfordert, auch wenn's ihr sicher schwer fällt, die beiden wieder abzugeben. Aber es scheint auch ihr immer klarer zu werden, dass sie Moritz Räbchen gar nicht und Max Rabe nur begrenzt gerecht werden kann, zumal ja die Tierärzte nicht wirklich ne Hilfe sind.
Also: Sollte jemand einen besser geeigneten Platz für die beiden haben, sagt bitte unbedingt Bescheid!

Daniaminna

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Freitag, 2. Juli 2010, 20:04

Hallo Irene,

sorry, aber ich bin gerade hinten rübergefallen eek ...welche Vogelstation gibt bitte solche Fütterungsempfehlungen ?( ..... die kannst Du mir auch per PN schicken, ich möchte nur niemanden an eine solche Station weiterreichen!

Zitat

Sollte man daran was ändern? Anderes füttern? Was zufüttern?


Aber unbedingt!....denn es kann sich durchaus auch um einen Defekt durch Mangelernährung handeln!

Rebenkrähen sind zwar Allesfresser..... aber sicherlich auch keine Dreckfresser :S ...man kann ihnen auch eine Menge Sachen anbieten, so als Leckerchen.....auch mal etwas nicht so gesundes aber im Kern sollte es schon ihren eigentlichen Bedürfnissen entsprechen...und das sind Insekten, Fleisch, Obst und Sämereien, wie Nüsse und Getreide!

Hier mal ein paar Beispiele: Suppenrindfleisch, Tartar, Rinderherz, Hühnerherzen und Hühnerklein, Eintagsküken, Mäuse, Heimchen, Mehlwürmer, Wachsmaden, Fliegen, Grillen usw.... Nudeln und Kartoffeln ( gekocht), Eier roh und in der Pfanne mit ein wenig Öl gestockt (wie ein Rührei ohne Milch), Haferflocken, ungesüsste Müslis, Corn Flakes, Honigpops....als käufliches Futter Beoperlen und Insektenfutter für Weichfresser ( von Claus das ist gut), Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse für Menschen mit Schale..... als Leckerchen Erdnussflips und Eiwaffel...Obst, von Apfel über Birne, Beeren, Weintrauben bis zur Melone.

Als Zusatzfutter Mineralien, zB. Korvimin, eine Catosalkur wäre nicht schlecht....Kalk ind Form von einem Zusatzpräparat oder feingemahlene Eierschale oder Sepiaschale... Vitamine würde ich jetzt auch mal geben....und evtl. Biotin.

Hmmm..... nja, man müsste den Vogel mal sehen, um da genaueres sagen zu können.

Das glaube ich, dass Deine Mutter mit den Zwergen etwas überfordert ist, es ist einfacher einen Sack Flöhe zu hüten :D ;) .....wir werden zusehen, die Beiden unterzubekommen.

Liebe Grüsse
Elke
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Freitag, 2. Juli 2010, 20:20

Hoppla, da bin ich jetzt auch erstaunt! Ich war mal davon ausgegangen, dass man sich wenigstens auf die Vogelwarte, wenn schon nicht auf die Tierärzte verlassen kann. Das werde ich meiner Mutter gleich mal weitergeben!
Vielen Dank für den Augenblick - und ich fürchte, das zeigt, dass wir noch dringender einen guten Platz für die beiden brauchen, als ich bis eben dachte!

Irene

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Samstag, 3. Juli 2010, 11:02

Futter ist - soweit es auf Anhieb ging - umgestellt:
Hühnerherzen fanden sie lecker. Cornflakes und Apfel scheinen sie vorläufig als Spielzeug zu betrachten. Naja, vielleicht wird das ja nochwas, wenn sie es länger haben. Haselnüsse haben sie vermutlich alle versteckt, jedenfalls hat meine Mutter nicht gesehen, dass sie sie gefressen haben.
Zoohandlung wird derzeit geplündert - drückt die Daumen, dass die größere Insektenauswahl, Beoperlen und die Zusatzpräparate haben (Wernigerode ist in Sachen Tierbedarf reinstes Entwicklungsland, das kennen wir schon von Katzenfutter und Zusatzpräparaten). Und dann geht meine Mutter noch eine größere Obst-, Nuss- etc. -Auswahl kaufen.
Frage: Ist Mais (gekocht) okay? Meine Mutter sagt, den hätten sie mal in der Küche gepickt, als was runtergefallen wäre (und mochten sie offenbar). Möhren haben sie auch schon kennen gelernt (den Abschnitt oben am Strunk), aber sie sagt, die würden sie nur durch die Gegend tragen und verstecken, nicht fressen.

Daniaminna

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Samstag, 3. Juli 2010, 14:16

Hallo Irene,

na, das hört sich doch super an :thumbsup:

Mais ist ok und Möhren auch.... ich koche sie immer zusammen mit Kartoffeln oder Nuseln, dann fressen sie sie auch ;)

Na klar sind die Daumen bezüglich der Bestückung gedrückt!

Liebe Grüsse
Elke
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Irene

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Dienstag, 13. Juli 2010, 12:57

Sie fliegen, und zwar alle beide! Max Rabe besser und ausdauernder als Moritz Räbchen, aber der kommt auch auf jeden Fall in einen Baum, um Katzen zu entgehen.

Jetzt kommt aber gleich das nächste Problem:
Meine Mutter hat schon das ganze Wochenende geheult, weil sie am Samstagvormittag plötzlich beide weg waren. Sie dachte, jetzt hätte sie doch noch eine Katze oder ein Raubvogel gekriegt. Moritz Räbchen hat sich aber gestern nachmittag in einem Garten zwei Häuser weiter wiedergefunden, und Max Rabe ist meiner Mutter auf dem Bürgersteig begegnet (braves Rabenkind, läuft nicht auf die Straße). Moritz Räbchen ließ sich einfangen, und meine Mutter stellte fest, dass er soweit fit ist, aber in den zweieinhalb Tagen deutlich abgenommen hat - er hat sie nicht einmal vollgeschissen, als sie ihn eingefangen und nach Hause gebracht hat. Offenbar klappt also das Entkommen vor Katzen und auch das Fliegen kleiner Strecken gut, nicht aber die Nahrungssuche und wohl auch nicht das Heimfinden in den Garten meiner Eltern, wo sie ja gefüttert würden.
Bei Max Rabe ist meiner Mutter das Problem jetzt erstmal abgenommen, da er sich nicht einfangen ließ. Aber wie weiter mit Moritz Räbchen? Ich hab gesagt, erstmal soviel füttern (auch Vitamine usw.), wie er frisst, und dann halt wieder rauslassen und hoffen, dass er beim nächsten Mal allein wieder zur Futterquelle findet. Und halt im Garten an einer relativ Katzen-sicheren Stelle immer Futter deponieren. Ist das gut so? Und meint ihr, er findet zurück? Und sollte sie versuchen, Max Rabe einzufangen, um ihn auch direkt ans Futter zu setzen, oder einfach so lassen wie es ist und hoffen, dass er allein Futter findet? Er war immer der dünnere ... Ob er auch abgenommen hat, konnte sie aber nicht feststellen.

blackmupfel

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Dienstag, 13. Juli 2010, 16:28

Hallo Irene,

Das hört sich insgesamt gar nicht schlecht an, zumindest Max Rabe wird sich bestimmt selbst auswildern. Hätte er wirklich Hunger, käme er bestimmt heim. Unser Mog war oft stundenlang und zweimal auch über Nacht weg - was hab ich mir furchtbar Sorgen gemacht und auch geheult :hm: ....Und plötzlich saß er wieder da, war frech wie eh und je.... und ich hab vor Freude wieder geheult... :rolleyes:
Der Moritz hats nun bestimmt auch begriffen, wo man in der Not hin kann. Die beiden werden nicht sooo schlimm "Heimweh" haben, weil sie ja nicht als Einzelraben aufgewachsen sind und den Menschen weniger als Ansprechpartner brauchen. Und da die beiden im Garten gelernt haben, nach Freßbarem zu suchen, braucht man sich da auch keine großen Sorgen zu machen. Der Sommer dauert ja noch, die finden schon was. Etwas an einem gewohnten Platz bereit stellen find ich auch gut. Der Mog konnte immer was auf dem Terrassentisch und in seiner Schlafhütte finden.
Die Katzen dürften inzwischen kaum mehr ein Risiko darstellen, mit der Zeit müssen sie einem eher leid tun ;)... Krähen sind sehr geschickt, mit Katzen trainieren sie ihr Reaktionsvermögen indem sie an deren Schwänzen zupfen oder ihnen dicht über die Köpfe fliegen - möglichst mit lautem Knattern :D...
Ich würd den Moritz füttern und wieder rauslassen.
Lieber so, als dass die beiden aufdringlich werden und man bei diesem Wetter kein Fenster mehr offen lassen kann, weil die Raben Zahnbürsten, Kämme, Schlüssel und noch Wichtigeres entführen ;) und drin alles versch...en :wacko: ... ich kann ein Lied davon singen :D ...
Unter "Allgemeines" hier im Forum ist "Eine Rabengeschichte" zu finden, da kommt Deiner Mutter bestimmt einiges bekannt vor...

Liebe Grüße!
Gerlinde
Vögel, die nicht schwimmen können, werden zu den Sinkvögeln gerechnet... (Uli Stein)

Irene

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Mittwoch, 14. Juli 2010, 12:52

Danke für die Ermutigung!

Moritz Räbchen hat die letzten zwei Nächte nochmal in der Küche übernachtet. Aber meine Mutter hat ihn jeweils schon vor 7 Uhr früh wieder rausgelassen und erst eingefangen, als die Sonne unterging. Sie glaubt auch, dass sie ihn nicht mehr lange einfangen können wird. Dann wird ihr die Entscheidung halt abgenommen.
Was momentan so ein bisschen das Problem zu sein scheint, ist, dass Moritz sich jetzt offenbar einsam fühlt. Als Max noch dabei war, haben die beiden sich eigentlich den ganzen Tag "unterhalten". Aber der hat sich gestern nicht sehen lassen. Ob er selbst genug zu fressen findet, wissen wir also leider nicht. Wenigstens sollte es bei ihm keine Probleme mit dem Fliegen geben. Aber Moritz ist halt jetzt allein und scheint sich enger an meine Mutter anzuschließen. Ich weiß nur nicht, was man dagegen tun kann oder sollte? Schwierig ... zumal bei ihm das Zufüttern ja offensichtlich noch nötig ist.
Überhaupt ist das komisch: Bis Freitag haben sich die beiden Raben zwar draußen eigentlich immer selbst beschäftigt. Nach zwei Stunden kamen sie aber immer mit lautem Krah zu meiner Mutter gerannt ("Mami, du hast uns seit Jaaaaaahren nicht mehr gefüttert!!!!"). Vor allem deshalb war meine Mutter am Samstag überzeugt, dass die beiden tot sein müssten. Waren sie ja zum Glück nicht. Aber geht das bei Raben so plötzlich von Baby-muss-gefüttert-werden zu Räbchen-ist-jetzt-groß-und-versorgt-sich-selbst?

blackmupfel

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13

Mittwoch, 14. Juli 2010, 13:47

Junge Rabenvögel werden von ihren Eltern noch sehr lange gefüttert. Doch glaub ich, weniger weils von der Ernährung her noch nötig ist, eher um die soziale Bindung zum Ansprechpartner zu pflegen. Sie bleiben ja noch lange im Familienverband zusammen, später dann in ganz großen gemeinsam pickenden Gruppen. Deshalb ist Moritz jetzt sicher auch anhänglicher, er konzentriert sich jetzt auf Deine Mutter. Da bleibt dann auch nicht aus, dass er einiges anstellt ;) ...
Gut wär, wenn sie ihn in den nächsten Wochen dann bei Spaziergängen mitnehmen könnte, wenn er nicht sowieso von sich aus draußen bleibt, sodass er auf dem Feld draußen Artgenossen finden könnte und gleichzeitig auch nach Futter suchen.
Im August werden revierfremde Krähen dann auch nicht mehr ernsthaft angegriffen, wenn sie ein Brutrevier kreuzen - eventuell noch ein bisschen verscheucht...

Verhungern tun die wirklich nicht, die finden schon heim, wenns nötig ist.
Viel schlimmer ist es, wenn extrem zahme Rabenvögel nicht mehr heim kommen dürfen, weil sie dort lästig geworden sind. Diese suchen sich dann eine "Ersatzmama" und beharren eisern darauf, dort Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie sind dann penetrant aufdringlich und wenn der Vogel an den falschen Menschen gerät, kann das tödlich enden....

Liebe Grüße!
Gerlinde
Vögel, die nicht schwimmen können, werden zu den Sinkvögeln gerechnet... (Uli Stein)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »blackmupfel« (14. Juli 2010, 13:47)


Irene

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14

Sonntag, 18. Juli 2010, 19:40

Jetzt hat sich auch Moritz Räbchen alleine ausgewildert. Er ist vor den Augen meiner Mutter abgehoben, hat noch eine Ehrenrunde über den Garten gedreht und war dann weg. Ist auch nicht mehr zum Fressen zurückgekommen, aber es sind wohl größere Gruppen junger Raben in der Stadt unterwegs. Meine Eltern sind sehr stolz auf ihre beiden schwarzen Babys, vermissen sie aber auch sehr. Es ist schon unglaublich, wie schnell und plötzlich sie dann flügge werden und mir nichts dir nichts ganz weg sind! Hoffentlich haben sie alles gelernt, was sie lernen mussten, um als Raben durchs Leben zu kommen. Zu sehr auf Menschen fixiert scheinen sie jedenfalls nicht zu sein.

Vielen Dank für eure Hilfe! Ich werd mich melden, falls es nochmal was von den beiden zu berichten gibt!

blackmupfel

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Montag, 19. Juli 2010, 08:57

Hat ja dann super geklappt!

Da bin ich gespannt, ob die beiden sich nochmal blicken lassen!

Vögel sind ja wirklich alle faszinierend, aber Rabenvögel sind was ganz besonderes :) ....
Vergisst man sein Lebtag nicht mehr, wenn man mal einen gepäppelt hat :D...

Liebe Grüße!
Gerlinde
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